Der Deutschlandflug ist ein traditionsreicher 3- tägiger Wettbewerb im Navigationsflug, der alle zwei Jahre in einer anderen Gegend von Deutschland ausgetragen wird. Im Navigationsflug muss man im Wesentlichen eine vorgegebene Strecke räumlich und zeitlich möglichst exakt abfliegen, dabei Bilder von Bodenmerkmalen zuordnen und mit einer Ziellandung am Anfang des Landefelds aufsetzen. Im Januar wurde die diesjährige Streckenführung grob bekannt gegeben. Es sollte entlang des Rheins von Offenburg nach Leverkusen, mit Abstechern ins Saarland für die Wettbewerbsgruppe und ins Frankenland für die Touringgruppe, geflogen werden. Damit war der Startschuss für unsere Planung gegeben: Flugplatzinformationen zusammentragen, Blick in die Karte, Luftraumstruktur einprägen, Hotels buchen, Wartung der Dimona durch das Technikteam abstimmen. Alles wurde akribisch vorbereitet.
Anreise nach Lahr – Start des Deutschlandflugs
Am 11. Juni ging es dann los. Entspannt starteten wir bei bestem Sommerwetter in Richtung Lahr. Die Route führte uns über Hohenlohe, Heilbronn und den Schwarzwald nach Lahr. Aufgrund des Verkehrsaufkommens – wir waren nicht einzigen, die zu dem Zeitpunkt ankamen – hatten wir eine kurze Wartezeit vor dem Einflug in die gut frequentierte Kontrollzone. In Lahr erwartete uns nicht nur die Hitze des Oberrheingrabens, sondern auch eine reibungslose Organisation. Einweiser zeigten uns den Parkplatz für die Startaufstellung. Der Empfang mit Streckenbriefing für den ersten Flugtag fand in der Feuerwache statt. Abends ging es ins Hotel zur offiziellen Eröffnung. Knapp 50 Crews aus ganz Deutschland reisten an, etwas mehr als die Hälfte aus der Wettbewerbsgruppe und entsprechend knapp 20 Crews aus der Touringgruppe.
Erster Wettbewerbstag – Luftige Tour über Schwarzwald, Hohenlohe und Franken
Nach dem gemeinsamen Frühstück brachte uns der Bus zurück zum Flugplatz Lahr. Die Tagesroute versprach eine landschaftlich reizvolle Strecke, entlang der Schwarzwaldkante über Schloss Ettlingen, das Kloster Maulbronn, Burg Guttenberg und Schloss Langenburg bis nach Rothenburg ob der Tauber. Die Aufgabe war, wie auch die anderen Tage, Fragen zu historischen und architektonischen Besonderheiten entlang der Route zu lösen.
Die rund 20 Flugzeuge der Touringgruppe starteten dann im Minutentakt und flog die Strecke wie an einer Perlenkette ab. In Rothenburg angekommen, gab es eine wohlverdiente Pause im schattigen Biergarten am Flugplatz.
Zur Auflockerung stand am Nachmittag noch ein Eierlauf-Wettbewerb mit Zeitmessung auf dem Programm, der auch in die Gesamtwertung einfloss. Die abendliche Stadtführung durch Rothenburg hielt auch für uns Franken interessante Einblicke bereit. Der Tag klang bei einem geselligen Abendessen mit der Gruppe aus.
Zweiter Wettbewerbstag – Brücken, Wein und Rheinblick
Der zweite Wettbewerbstag verlief nach dem bewährten Muster. Nach dem Frühstück ging mit dem Bus zum Flugplatz, wo die Tagesaufgabe verteilt wurde. Die Route führte uns von Franken über den Spessart und den Odenwald in Richtung des Rheingrabens, mit Ziel Mainz. Statt Burgen standen diesmal vor allem Brücken im Fokus der Flugstrecke, was zum Motto des diesjährigen Deutschlandflugs entlang von Rhein und Main passte.
Der Flug verlief zunächst über bekanntes Terrain. Spannend wurde es westlich von Darmstadt, wo uns die Nähe zum Frankfurter Luftraum zu niedrigerer Flughöhe zwang – nicht ganz in Turmhöhe, aber gefühlt nah dran. Im Anflug auf Mainz sind wir durch den Schatten eines Verkehrsfliegers geflogen, was ein ungewöhnlicher Moment war.
In Mainz empfingen uns Vertreter des lokalen Luftsportvereins und des Landesverbands, bevor es ins touristische Nachmittagsprogramm ging. Eine Weinprobe in Bad Kreuznach im schattigen Innenhof eines Winzers war bei den hochsommerlichen Temperaturen genau das Richtige. Zum Ausklang fuhren wir mit der Fähre über den Rhein zum Niederwalddenkmal. Der Blick von oben auf das Rheintal bei Sonnenuntergang war ein weiteres Highlight.
Dritter Wettbewerbstag – Entscheidung mit Weitblick
Am Samstag stand der bis dahin heißeste Tag des Jahres bevor. Schon am frühen Morgen war es schweißtreibend, den Flieger startklar zu machen. Die geplante Strecke führte entlang des Mittelrheins mit Blick auf die Loreley, die auch das Wettbewerbslogo zierte, weiter über den Westerwald und das Bergische Land nach Leverkusen. Auch an diesem Tag waren markante Punkte wie die Festung Ehrenbreitstein Teile der Flugstrecke; Brücken gibt es ja nicht so viele über den Mittelrhein.
Trotz des noch guten Wetters entschieden wir uns, nicht mit der Gruppe nach Leverkusen zu fliegen, sondern direkt den Heimflug anzutreten. Ausschlaggebend war die Wetterprognose für den Folgetag. Eine Kaltfront mit schweren Gewittern war angekündigt. Bei schlechtem Wetter in Leverkusen festzusitzen wollten wir vermeiden. Auch das gehört zur Fliegerei, Entscheidungen nicht nur am aktuellen Wetter, sondern mit Blick auf die nächsten Tage zu treffen.
Der Start in Mainz verlief routiniert, auch wenn reger Wochenendverkehr herrschte. Der Rückflug führte erneut südlich um den Frankfurter Luftraum herum, dann durch den Odenwald zurück ins Maindreieck. Gegen Mittag waren wir wieder in Giebelstadt auf fränkischem Boden. Die Dimona wurde im Schatten versorgt, ausgeräumt und natürlich vom Rheinreisestaub (und Mücken) befreit.
War es das schon mit dem Deutschlandflug?
Natürlich nicht! In Giebelstadt haben wir, nachdem die Dimona versorgt war, das Verkehrsmittel gewechselt und sind über die A3 im Tiefflug Richtung Leverkusen gedüst. Den Abschlussabend mit Siegerehrung wollten wir uns schließlich nicht entgehen lassen. Die Autobahn war erstaunlich frei, sodass wir gut durchkamen. Kurz vorher war ein Hitzegewitter durchgezogen. Die Luft war entsprechend schwül und der Asphalt dampfte.
Am Abschlussabend waren die Crews von Wettbewerbs- und Touringgruppe wieder vereint. Man kam ins Gespräch, tauschte Erlebnisse aus und so wurde es ein geselliger, langer Abend. Entsprechend lang wurde der Abend, und als das Hotel die Bar schloss, ging es bei Dosenbier von der Tanke im Biergarten des Hotels weiter.
Der Sonntagmorgen bestätigte unsere Entscheidung vom Vortag: tiefe Wolken, Regen, schlechte Sicht. Während die anderen Crews beim Frühstück verschiedene Wetter-Apps wälzten und Rückflugfenster planten, schauten wir entspannt auf die Staumeldungen von der Autobahn. Die Rückfahrt verlief problemlos und so waren wir mittags wieder in Giebelstadt, zwar mit weniger Flugstunden als gedacht, dafür um viele Erfahrungen und Geschichten reicher.
Der Deutschlandflug ist eine schöne Tour, um andere Gegenden kennenzulernen, ohne dass man auf eigene Faust losmuss.
Unser Dank gilt unserem Technikteam Ralph und Stefan für die Betreuung der Dimona und ganz besonders der Bundeskommission Motorflug (und ihren fleißigen Helfern) für die Organisation, sowie den gastgebenden Vereinen an allen Stationen für die herzliche Betreuung vor Ort.


















